## Schaffe, schaffe….. 07 Apr 2011

Der Montag Abend in Thiés verlief sehr erfolgreich und die Verteilung ging recht zügig voran. Nur drei Rollstühle wurden nicht abgeholt und nach einer gemütlichen Nacht unter freiem Himmel fuhren wir Dienstag Vormittag in das Dorf Sanghé. Dort erhielten die 11-jährige Khadi, die 12-jährige Daba, der 18-jährige Salou und die 55-jährige Fatou einen Rollstuhl. Für Daba hatten wir zusätzlich einen Rollator mitgenommen, mit Hilfe dessen sie sich zumindest im Haus gehend fortbewegen kann. Viele Kinder begleiteten uns interessiert bei unserem Gang durch das Dorf. Es wäre sicherlich sinnvoll in einem der nächsten Jahre einmal explizit in die zahlreichen abgelegenen Dörfer des Landes zu gehen, denn die Menschen dort werden zum Großen Teil niemals von unseren Aktionen in den Zentren hören, bzw. nicht die Möglichkeit haben dort hin zu kommen. Und gerade hier zeigt sich ein großer Mangel an Hilfsmitteln und Integration in das gemeinschaftliche Leben. So kommt es sicherlich nicht selten vor, dass jemand Tag für Tag an einem schattigen Plätzchen sitzt, weil niemand die Zeit, die Lust oder schlicht und einfach die Möglichkeit hat, ihn mit hinaus zunehmen. Das gerade in den ländlichen auf dem Gebiet der Sensibilisierung viel Arbeit geleistet werden kann und muss zeigt ein Gespräch, welches Omar und Bara mit diesem Hintergrund dort mit Jugendlichen führten. Die Meinung wurde vertreten, Menschen mit Behinderung seien störend, denn sie könnten die Familie zum einen nicht unterstützen, zum anderen fielen sie auch noch mit häufigen Erkrankungen zur Last. Ich hoffe, dass sich irgendwann eine Möglichkeit finden, auch mit diesen abgelegenen Regionen zusammen zu arbeiten. Vor allem die Frage der Kontaktaufnahme mit Personen, die ein Hilfsmittel benötigen, stellt uns hier noch vor Probleme. Auch nach Sanghé kamen wir nur zufällig, auf auf Bitte der ANHMS Thiés, die uns von den Menschen dort erzählt hatten.

Mittags fuhren wir ins nahe gelegene Thiéo. Dort sollten 5 Rollstühle den Besitzer wechseln. Leider kamen ausgerechnet die beiden Kinder unter den Empfängern nicht. Dafür traf ich den 14-jährigen Jungen wieder, dem aufgrund einer schweren Infektion nach einem Knochenbruch das Bein amputiert werden musste. Er bekam neue Unterarmgestützen von Rollis für Afrika. Schnell waren wir mit der Verteilung dort fertig. Zwar hatten die Verantwortlichen von Thiéo noch im dortigen Centre Essen für uns vorbereitet, wir zogen es aber vor die Gruppe zu teilen. Wir Toupabes fuhren mit dem PickUp der DAHW zurück ins Lager, um mit genug Zeit und Ruhe die Hilfsmittel für die nächsten Regionen auszusuchen. Die senegalesischen Vertreter blieben in Thiéo und genossen Essen und Ataaya. Wir haben die Rollstühle für alle Regionen bereitgestellt und, gesetzt dem Falle alle werden vergeben, bleibt eine überschaubare Menge von ca. 30 Rollstühlen über, von denen angedacht wird der DAHW aus Dank für Bara und den PickUp weitere 20 zu überlassen. Von denen werden sie sicherlich sinnvoll und unter Beachtung unserer Kriterien vergeben werden.

Heute waren wir in Mboro und dem anliegenden Dorf Darou Khoudoss. Über 20 Rollstühle (ich benutze eine solch ungenaue Angabe, da wir immer einige Ersatz- und Austauschrollstühle mitnehmen) trug unser Bus mit Unterstützung des PickUp heute früh nach Mboro, vor allem Kinderrollstühle und IMC-Rollstühle für Kinder sowie Erwachsene. Alle Rollstühle konnten verteilt werden, dass ist sozusagen eine Premiere, denn bis jetzt waren noch in keiner Region alle von uns angerufenen Personen auch tatsächlich bei der Verteilung. Vor allem in Mboro wurden wir von den Verantwortlichen freudig empfangen und trotz des kleinen uns zur Verfügung stehenden Raumes lief alles, Dank der guten Organisation, zügig und gut ab. Zum Abschluss bekamen wir sogar ein kleines Gitarrensolokonzert.

Darou Khoudoss war weniger erfreulich, denn die wenigen Menschen, deren Hilfsmittel wir tauschen sollten verfügten zum Teil noch über sehr gut erhaltene. Dennoch konnten wir zwei neue Fälle dort aufnehmen, zwei junge Mädchen denen wir einen Gehbock und eine Rollator zur Verfügung stellen konnten.

Ich bin sehr müde, wir sind alle sehr müde. Aber zufrieden.

## Verfasse einen Kommentar

Trackback this post | Subscribe to the comments via RSS Feed