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SARSARALE 30 Mär 2011

„Zur Zeit ist es gefährlicher als jemals zuvor.“ // „Von Gambia nach Kafountine fahren – kein Problem. Die Rebellen sind an der Grenze zu Guinea-Bissau.“ // „Die Rebellen sind gerade direkt bei Kafountine und die Einwohner berichten von Kämpfen zwischen Militär und Rebellengruppen. Die Menschen gehen Abends nicht mehr aus dem Haus, man hört Schüsse.“ // „Die Leute im Norden erzählen seit Jahren in der Casamance sei es gerade sehr gefährlich. Das ist Taktik, sie wollen die Touristen daran hindern, in den Süden zu fahren. Der ist landschaftlich nämlich viel interessanter zum Reisen.“ // „Halt einfach nicht über Nacht fahren und Augen und Ohren offen halten. Ich würde mir keine Gedanken machen dort runter zu fahren“ // „Die Bevölkerung hat sich daran gewöhnt. Sie lebt mit dem Konflikt.“ // „Es gab schon viel schlimmere Zeiten hier. Vor allem die Minen auf den Straßen“ // „Alle könnten Rebellen sein oder mit ihnen zusammen arbeiten“ - eine Auswahl an Zitaten verschiedener Personen, die mir bei meiner Entscheidungsfindung - ob in die Casamance fahren – helfen sollten. Nach Bilanzziehung war ich gänzlich verwirrt und beschloss die Entscheidung aufzuschieben und mich der sagenumwobenen Region zunächst so weit als möglich zu nähern. Erzählungen über das dortige Paradies und ein Grundstück sowie Projekt eines Heidelberger Freundes hatten meine Neugier bereits so sehr geweckt, dass ich mich nur schwer dem Gedanken an eine Reise dorthin entledigen konnte.
Am Sonntag, dem 20. März früh am Morgen – jedenfalls dachte ich es sei früh, tatsächlich haben wir gerade noch den letzten Minibus nach Karang an der gambischen Grenze bekommen – machten wir uns also auf unseren Weg ohne Ziel. Tatti und Franzi hatten sich entschieden mich vorerst zu begleiten. Für die rund 300 km bis Karang über Kaolack brauchten wir sieben Stunden. Es kam mir unglaublich lange vor – später würde ich lernen dass wir diesen Tag durchaus zügig voran kamen. Metaphorisch für Enge steht die Frage: „Sind das meine Schweißtropfen oder die meines Nachbarn die mir den Körper herunter perlen?“ Einige wild platzierte Asphalterhebungen auf staubiger Piste führten dazu, das Geschwindigkeit gedrosselt wurde und die Föhnluft von draußen langsamer durch die Fenster drang. Mir war noch nie in meinem Leben so heiß.
An der gambischen Grenze bewunderte ich die „Detention-Zelle“ samt Insassen, der gleich eines schlechten Hollywoodstreifens an die Gitter gelehnt, seine Finger durch die Gittermaschen drückte. Mit dieser Begegnung werde ich eine Woche darauf meine 18-stündige Gambia-Umgehungsfahrt vor mir selbst rechtfertigen. Doch dazu später. Eigentlich lief alles vorzüglich. Ein 16-jähriges Mädchen aus Banjul, der Hauptstadt Gambias, regelte das Zeug mit den uniformierten Autoritäten und im Dunkeln erreichten wir ihre Heimatstadt, wo wir eine Nacht blieben.
Ich hatte mittlerweile einen Küstenort im Süden Gambias an der Grenze zum Senegal entdeckt. Kartong, ein ruhiges, touristisch kaum erschlossenes Dorf von dessen Schönheit ich die Mädels überzeugen konnte. Dafür ließ ich mich breittreten auf dem Weg bei den heiligen Krokodilen anzuhalten, die so satt in der Sonne lagen, dass man sie sogar anfassen konnte. Abends fanden wir uns erstmalig Yussuf folgend in Kartong wieder, der uns die nächsten 48 Stunden auf Nicht-Weiten-Wegen durchs Land führen würde. Diesmal ging es gleich um die Ecke zum Haus seiner Familie, wo wir schlafen sollten. Von beginnender Dämmerung bis vollständiger Dunkelheit durchwanderten wir das stromlose, verschlafene, ziemlich weitläufige Dorf, begleitet von Feuerschimmer, dem Licht des Vollmondes und meinem Sternenbild „Pfeil“, der zum Glück in unsere Richtung zeigte. Am Ziel wurde unser Matratzenlager hergerichtet, es gab Reis, Fisch und Ataaya, später Rinde und sprunghafte Monologe über Diola, Opfer- und Beschneidungsriten, Rebellengruppen, Heirat und Kinder. Dies in Kombination führte dazu, dass ich mich des Nachts lange wach hielt und die Zimmertür genau im Auge behielt.
Morgens wollten wir die vielfältige Vogelwelt, das Dorf und den Strand erkunden. Natürlich ging unsere Rechnung, sich schnell davon zu schleichen, nicht auf. Dass man unliebsame Begleiter nur schwerlich wieder los wird hatten wir bereits erfahren. Doch die Eigenart, dass man sich irgendwann dabei wiederfindet jemandem an Orte zu folgen von deren Existenz man nicht einmal wusste bleibt mir ein Rätsel. Diesen Morgen mag es Schicksal gewesen sein, denn wir überquerten mit einer Pirogue einen Grenzfluss und befanden uns plötzlich in der Casamance, die Yussuf zufolge hier im Norden sicher ist. Auf einem langen Spaziergang lernten wie die Relativität der Entfernungen kennen. Ist es kühl ist es nicht so weit. Und selbst die Höhe der Bäume beeinflusst die Länge der Strecke. Diese Prinzipien würden wir auch am nächsten Tag anwenden, denn ich hatte beschlossen über diesen Weg das nur noch 10 km Luftlinie entfernte Kafountine zu erreichen, warnte das Auswärtige Amt doch vor allem vor Fahrten auf den Bundesstraßen zwischen Grenzposten, Bignona und Ziguinchor.
In diesen beiden Tagen fand ich mich auch immer häufiger unvermittelt in Geschäfts- und Verkaufsgesprächen wieder. Zur Anschauung wurde ich auch auf Grundstücke norwegischer Frauen, die mit einem Senegalesen verheiratet waren und nun eine Lodge eröffnen wollten, geführt. In Anbetracht dessen, dass ich weder das Geld habe noch in irgendeiner Weise an einer Geschäfts- oder sonstigen Beziehung mit Yussuf interessiert bin, bei dem ich die Imagination einer (noch relativ jungen) Weihnachtsgans ausgelöst haben muss, sind die Grundstückspreise und Entwicklungsmöglichkeiten in dieser Region für Interessierte sicherlich verlockend.
Wir wollten jedoch nur noch unsere Ruhe und vor allem Kafountine erreichen um auf dem Grundstück von Jens in einen Zustand vollkommener Ruhe und Zeitlosigkeit zu verfallen. Nach einer 10-stündigen Odyssee - einer innerafrikanischen, semi-illegalen Grenzflussüberquerung ist der Begriff Odyssee ja fast schon inhärent – fanden wir uns, zwar ohne weitere Stempel im Pass zu sammeln, im Paradies von Jens wieder. Von Ebou und dem Hund Malinka wurden wir freundlich aufgenommen. Kafountine bedeutet Hängematte, Sonne, Affen, Lesen, Strand, unglaublich große Spinnen, Spaziergänge, Lagerfeuer, Fisch und viel chillen.
Jens Grundstück bedeutet noch dazu SARSARALE (das ist Wolof und heißt: überall hin). Sarsarale e.V. ist eine Organisation, die unter dem Motto: - „Die Welt besitzt genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier“ (Mahatma Gandhi) – eine Heilpflanzengärtnerei betreibt, mit dem Ziel Malaria und weitere Krankheiten zu bekämpfen. Sarsarale, denn die Heilpflanzen und das Wissen darüber sollen sich überall hin verbreiten. Auf dem Grundstück in Kafountine wachsen unter anderem die Artemisia annua anamed, Moringa, Neem, Papaya, Zitrusfrüchte, Zitronengras, Eukalyptus, Mango und Guave. Alle diese Pflanzen können zu medizinischen Zwecken verwendet werden.
Vor allem an Malaria sterben weltweit knapp eine Million Menschen. Etwa die Hälfte davon sind Kinder unter fünf Jahren. Die meisten Erkrankten leben auf dem afrikanischen Kontinent südlich der Sahara. Die Zahl der Neuerkrankungen wird auf 300 – 500 Millionen Fälle geschätzt.
Oft fehlt den Betroffenen das Geld für wirksame Medikamente. Neben den teuren Arzneimitteln gibt es aber auch Alternativen aus der Natur. Hoffnung in der Minderung von tödlichen Malariafällen liegt in der Verbreitung und Anwendung der Artemisia annua anamed-Pflanze (Chinesischer Beifuß), welche in der chinesischen Medizin bereits seit über 2000 Jahren verwendet wird. Die Anwendung als Anti-Malaria-Mittel wurde bereits vor über 1700 Jahren beschrieben. Der Anbau dieser Pflanze ist ganz einfach, so dass auch mit geringen finanziellen Mitteln ein Heilpflanzengarten angelegt werden kann. Dies möchte Sarsarale e.V. vor allem fördern. Bei wem die vielversprechende Arbeit von Sarsarale e.V. Interesse geweckt hat: www.sarsarale.org.
Wir mussten das friedliche Paradies am Sonntag wieder verlassen, um zu unserem eigenen Projekt zu stoßen. Spätestens auf dieser Rückfahrt habe ich eine hoffentlich unwiderrufliche Ruhe und Gelassenheit allen Dingen des weltlichen Lebens gegenüber entwickelt. Aus dem Ein-Tages-Trip nach Dakar wurde eine 8-Stunden-Fahrt ins 40 km entfernte Ziguinchor, durchsetzt mit vortrefflichem Animationsprogramm von Männern, die sich wegen uns Holzhocker über den Kopf schlugen; Bussen, aus denen alles in Geld umsetzbare bereits ausgeschlachtet war, die aber dennoch trotzig über die Asphalthügel sprangen und sehr genauen Durchsuchungen meines gesamten Hab und Guts an Straßenpolizeikontrollen. Die netten Beamten fanden Taschen und Ecken, die zum Glück keine ehemaligen optimalen, jedoch in Vergessenheit geratenen Verstecke gewesen waren. Selbst auf den Toiletten wurde man von Karls (gruppeneigener, personifizierender Neologismus für Kakerlaken) ausreichend bespaßt.
Warum eigentlich Ziguinchor, liegt es doch in der entgegengesetzten Richtung zu Dakar? Hätten wir es Mittags erreicht, hätte eine Fähre uns nach Dakar bringen können. Gambia umgehend, denn für einen nur ansatzweise korrupten Grenzbeamten wären drei blonde, weiße Mädchen die nach Gambia einreisen möchten obwohl sie sich laut Pass noch im Land befinden sicherlich eine Tages- wenn nicht Wochenaufgabe. Und ganz so weit hat sich meine Gelassenheit noch nicht ausgebildet. Da die Fähre nur zwei Mal die Woche fährt blieb uns noch die Möglichkeit Gambia auf dem Landweg im Osten zu umfahren. Respekt für unseren Sept-Place-Taxifahrer, der in diesen 18 Stunden außer einem angefahrenen Hund keine Fehler beging.
Die Nacht zuvor hatten wir in Ziguinchor verbracht, bei Familie von Freunden aus Guédiawaye. Diese besitzen eine Bar und im Bett liegend hab ich schnell festgestellt, dass weder Hitze noch Tageslichtlampe noch schallende Bässe der Riesensause nebenan zu ignorieren sind. Mit einem Eimer Wasser den Staub abgespült und bei Bier, Hip Hop, afrikanischer Musik und Reggae frei nach dem Motto: „Wer am längsten bleibt hat bestimmt irgendwann Spaß“, die Nacht verbracht und zugleich eine Müdigkeitsgarantie für die Fahrt am nächsten Tag besorgt.
Jetzt sind wir wieder in Dakar. Maria hat uns bereits letzten Donnerstag verlassen. Kai ist heute Nacht geflogen. Pablo, Buki und Simon haben ihren Aufenthalt verlängert. Wir warten nach wie vor auf den Container, der seit zwei Wochen wenn nicht heute dann morgen aus dem Hafen kommt.
Ist von Reisen in die Casamance nun abzuraten? Ich habe letztendlich, zwar ungewollt, ja doch fast die gesamte Casamance durchfahren. Weder ist mir etwas passiert noch ist mir außer einer starken Militärpräsenz und zahlreichen Kontrollposten etwas aufgefallen – mindestens 95 % der Reisenden werden dasselbe berichten. Sicher ist, dass ein Restrisiko besteht und sicher ist, dass es sehr unangenehm werden kann, ist man zur falschen Zeit am falschen Ort.
So gut wie möglich habe ich von hier aus Recherche über den Konflikt betrieben. Bei Interesse einfach den nächsten Artikel lesen.

  • 30 Mär 2011

    Super dieser Reisebericht, Recherche über den Konflikt in der Casamance, ich bin auch ganz von Rollys für Afrika und der Arbeit von Sarsarale begeistert !
    Wir wohnen in der Schweiz in Basel und mein Mann kommt aus Ziguinchor und hat ein kleines Projekt in Bignona und Abene.
    Das Projekt, Heilpflanzengärtnerei betreiben, mit dem Ziel Malaria und weitere Krankheiten zu bekämpfen, interesiert mich sehr, denn es ist ein grosses Problem in ganz Afrika.
    ich würde mich freuen mehr von Euch zu hören viel Glück und alles Gute.
    Evelyne Mazzarelli Sidibé

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