01.-02.04.2010 Verteilungen in Tataguine und Sokone 04 Apr 2010
Von: Simon und Caro
Die letzten beiden Tage waren wir wieder unterwegs. Um 6 Uhr morgens ging es los nach Tataguine (ca. 250km von Guediawaye entfernt). Auf dem Weg
haben wir erstmal Anna verabschiedet, die am Abend zurück nach Deutschland geflogen ist.
Als wir nach ca. 4 Stunden Fahrt in Tataguine bei 44°C angekommen sind, erwartete uns ein festlicher Empfang. Nach einer Ansprache ging
es los, wobei Rahel und Caro nicht helfen konnten, da sie krank waren. Während den 12 Stunden Arbeit konnten wir 20 Rollstühle und andere Hilfsmittel verteilen.
Noch am gleichen Abend ging es weiter nach Sokone, wo wir in einem
Hinterhof übernachtet haben.
Unser Ziel war es, die Arbeitsweise von Rollis für Afrika zu präsentieren, um Beispiele zu geben haben wir 5 Rollstühle verteilt. Im Anschluss haben wir das neugebaute Behindertenzentrum besucht, um uns ein vollständiges Bild der Verhältnisse vor Ort zu verschaffen.
Verteilungen in Tataguine und Sokone 04 Apr 2010
Verteilung in Louga 30 Mär 2010
29.03.2010 – Verteilung in Guediawaye 30 Mär 2010
Von: Anna Saadet
Wir sind wieder erst um halb fünf schlafen gegangen, deshalb bin ich beim Aufstehen etwas müde und werde auch durch den Zuckerkaffee nicht wach…
Um ca. 12:00 beginnen wir mit der Verteilung in Guediawaye.
Maria untersucht viele der wartenden Menschen, Omar übersetzt und telefoniert zwischendurch.
Wir sehen wieder ein Kind mit einem Wasserkopf, für das wir die Operation bezahlen wollen,
die Verteilung ist sehr erfolgreich. Es sind 14 Behinderte gekommen und wir vergeben an 12 von ihnen Rollstühle. Heute ist es meine Aufgabe, den passenden Rollstuhl für jede Person aus dem Lager in der Nähe zu holen. Ich vermisse Micha und versuche, die Arbeit so gut wie möglich zu machen. Ansonsten gibt es ja zum Glück auch Andere, die Bescheid wissen…
Ralle und Caro filmen und helfen, wo sie gebraucht werden, wir sind bis ungefähr viertel nach fünf beschäftigt. Dann fahren wir in unserem wunderbaren Rumpelbus nach Hause zum Essen, endlich… Und es gibt Reis.
28.03.2010 – Ausruhen vom Arbeiten 30 Mär 2010
Von: Anna Saadet
Alle schlafen sehr lange, wir sind um halb sechs Uhr morgens ins Bett gekommen…
Also stehen wir gegen 14:00 auf und genießen dann auf den Balkonen die Wärme und ich schreibe auch noch ein bisschen an dem Bericht.
Am Nachmittag kommt ein senegalesischer Freund vorbei und nimmt mich mit zum Strand, wo ich mit vielen anderen trommle, das Meer und die Sonne und das Glück fühle, beim Fußballspielen versage und rede. Abends essen wir alle zusammen mal keinen Reis, sondern selbst gemachte Pommes, große Freude… danach gehen Ralle, Caro und Simon zu Freunden und ich besuche eine Familie, die ich schrecklich gerne mag. Ich nehme ein Taxi, weil ich ziemlich viele Dinge von Micha für die Familie dabei habe. Die Fahrt finde ich sehr lustig, weil der Mann am Steuer in 10 Minuten ungefähr sieben mal anhält, um etwas an seinem Auto zu reparieren, ohne dass ihn das im Mindesten stören würde. Bloß kein Stress… Ich komme irgendwann an und genieße es, dort zu sein, dann laufe ich singend mit einem senegalesischen Freund durch die Nacht und treffe nach einem kurzen Aufenthalt im Haus, wo ich nur Senegalesen vorfinde, alle anderen vom RFA–Team in einer Bar…
27.03.2010 – Ein kleines bisschen verteilen in Guediawaye 27 Mär 2010
Von: Anna Saadet
Heute essen wir zum ersten Mal morgens Baguette ofenfrisch vom Bäcker und genießen das somit etwas andere Frühstück sehr. Nach einer kleinen Weile, in der ich mit einem senegalesischen Freund auf dem Balkon rede, gehen wir los zum Behindertenzentrum. Dort sind zwei junge Männer, die Anges beim Betteln auf der Straße gesehen hat und denen wir Rollstühle geben. Der eine wird von seinem großen Bruder gezwungen, jeden Tag in der prallen Sonne zu verbringen, um Geld einzubringen. Ich freue mich total, dass wir ihnen helfen können und hoffe, ihre Situation wird sich durch die Hilfsgeräte absolut verändern…
Den Nachmittag verbringen Kacko und ich im Haus, ich schreibe am Bericht über die Situation der behinderten Frauen im Senegal und genieße die Pausen in der Wärme, die anderen sind bei einem Rollstuhl–Basketballspiel. Vor dem Spiel spendet RFA zwei Sportrollis an das Handi-Basketball-Team Guediawaye. Vielleicht durch unsere Rollis oder auch weil sie gegen das schwächste Team der Liga antreten gewinnt Guediawaye mit 18:4 Punkten. Wir sind entspannt und freuen uns auf einen schönen Abend im Senegal…
26.03.2010 – Ein verschlafener Erholungstag 27 Mär 2010
Von: Anna Saadet
Wir werden keine Verteilaktion in St. Louis durchführen, da dort angeblich schon eine andere Hilfsorganisation Rollstühle gespendet hat… daher sind wir gestern Nacht wieder nach Guediawaye gefahren. Wir kommen um ca. halb vier Uhr morgens Zuhause an und gehen alle irgendwann zwischen halb fünf und halb sieben ins Bett, daher schlafen wir lange. Nach dem Aufstehen wasche ich Wäsche und genieße es wieder einmal sehr, zu duschen. Weil es Freitag ist, der Feiertag der Muslime, haben erstmal alle Boutiquen zu und wir frühstücken gegen 15:00, legen uns satt in die Sonne und ruhen uns aus. Irgendwann beginnen Caro und Ralle mit dem Videoschneiden, Maria arbeitet am Computer und Simon, Lars und ich spazieren durch den Abend. Wir reden, holen den « Rollis für Afrika »-Computer von Pape Diallo und schauen in eine Bar hinein, dann fahren wir mit einer Art Taxi nach Hause. Ich bin beeindruckt von der eingeschlagenen Scheibe, die den Fahrer kein bisschen zu stören scheint und denke an Anna-Lena, die jetzt in Deutschland angekommen ist… hoffentlich.
25.03.2010 - Verteilung in Louga 27 Mär 2010
Von: Anna Saadet
Um ungefähr 10:00 beginnen wir mit der Verteilung der Hilfsmittel. Im Warteraum sitzen ca. 50 Menschen, die Temperatur ist relativ angenehm, aber wir sind alle etwas müde.
Ich organisiere die Reihenfolge, der Präsident des Behindertenzentrums hilft mir dabei und ich bin überrascht von der Geduld der Wartenden. Niemand versucht, die Tür einzurennen…
Pape Diallo und Lars nehmen die Daten auf und entscheiden, ob die Person von Maria untersucht werden muss. Ada und Simon kümmern sich um die Anpassung der Hilfsmittel, Caro und Ralle filmen und die anderen Senegalesen entspannen sich und machen gute Stimmung. Die Verteilung läuft fast völlig unstressig und ruhig ab. Wir können 14 Rollstühle vergeben, ein paar Krücken und eine Menge Ideen, Übungen, mit denen die Behinderung weniger schlimm werden wird.
Um ungefähr 21:00 sind wir fertig. Wir haben mit über 40 Menschen geredet, uns mit Problemen beschäftigt, die in Deutschland so unvorstellbar sind. Dort würden viele Behinderungen niemals so stark werden, da rechtzeitig etwas dagegen unternommen wird.
Ich bin glücklich mit dem Tag, denn ich habe das Gefühl, wirklich nützlich gewesen zu sein. Ich beobachte die bestgelaunteste Frau des Tages, die in ihrem neu bekommenen Rollstuhl durch die Gegend kurvt, die die ganze Zeit nur lacht und ich weiß, dass ich am richtigen Ort bin.
24.03.2010 - Unser vorletzter Tag im Senegal? 27 Mär 2010
Von: Anna Saadet
Morgens bin ich traurig. Ich schaue vom Balkon und bin schrecklich weuhtuend glücklich, dann schreibe ich ein bisschen an unserem Bericht. Caro und Ralle schneiden Video, danach gehen wir zum Centre und beladen den Bus am Lager. Simon versucht, seinen Flug umzubuchen, denn es sind viel zu wenig Menschen für die Verteilungstouren. Lars und Maria können die restlichen Rollstühle nicht alleine vergeben, auch nicht zusammen mit vielen Senegalesen… Deshalb überlegen alle, ob sie länger bleiben können, jede Hilfe wird gebraucht. Bei Ralle und Caro ist schnell klar, das es klappt, auch ich kann mein Abflugdatum nach hinten verschieben, aber Anna-Lenas Schule würde es leiderleiderleider niemals erlauben. Also wird der Tag teilweise wunderschön, andererseits traurig und insgesamt überstürzt und überrumpelnd. Anna-Lena und ich gehen noch einmal mit senegalesischen Freunden an den Strand und genießen die untergehende Sonne, das Licht und das Lachen, dann gibt es Zuhause ein kleines Chaos, weil niemand wirklich weiß, wer jetzt was tut.
Um 21:00 fahren wir los mit unserem Bus. Anna-Lena steigt bei Omars Haus aus, sie wird die Nacht bei seiner Familie verbringen, wir anderen rumpeln durch den Abend und kommen heute Nacht in Louga an. Dort werden wir morgen Hilfsmittel verteilen, ich werde immer wieder an Anna-Lena denken und hoffen, dass sie nicht zu traurig ist.
Ich wünsche ihr viel Glück.
